Antwortensammlung
Akzeptanz der Diagnose
Als ihr die Diagnose DIS oder pDIS neu erhalten habt, wie habt ihr sie entgegengenommen? Eher negativ oder positiv? Fühlte es sich von Anfang an richtig an oder hat es gedauert die Diagnose zu akzeptieren? Wenn es gedauert hat, wie lange? Welche Gedanken oder Diskussionen gingen euch durch den Kopf? Wie hat sich die Wahrnehmung eures Systems und eurer Symptome nach der Diagnose verändert? Wusstet ihr vielleicht schon vor der diagnostizierenden Fachperson, dass ihr viele seid?
Alltagsgestaltung
Wie gestaltet ihr euren Alltag? Wie könnt ihr dafür sorgen, dass alle Innenpersonen Platz im Alltag haben oder geht das nicht? Welche Routinen helfen euch? Wie organisiert ihr Essen, Schlafen, öffentlichen Verkehr oder Autofahren, Einkaufen, Hygiene, Termine etc.? Was sind oder waren eure grössten Herausforderungen im Alltag und was hat euch im Umgang mit diesen am meisten geholfen?
Ressourcen
Welches sind eure grössten Ressourcen im Umgang mit Dissoziation und Traumafolgen? Was hat euch unerwarteterweise geholfen? Welche Ressourcen nutzt ihr in Stresssituationen oder um Symptomen vorzubeugen? Welcher Ratschlag hat euch am meisten vorwärtsgebracht und welchen Ratschlag würdet ihr anderen geben? Gibt es einen Glauben, Spiritualität oder Philosophie, welche euch eine Hilfe ist?
Funktionsmodus und Maskieren
Wie erlebt ihr den Funktionsmodus – also den Zustand indem man mehrheitlich nur am funktionieren ist und wenig Zugang hat zu den eigenen Grenzen und Bedürfnissen. Wie viel Kontrolle habt ihr über den Funktionsmodus? Was an ihm erlebt ihr als negativ oder positiv? Wie viel maskiert ihr (also versucht ihr «normal» zu wirken)? Würdet ihr gerne weniger maskieren? Wenn ja, warum? Welche Strategien helfen aus dem Maskieren herauszukommen?
Arbeit
Geht ihr einem Beruf nach oder studiert ihr? Falls ja, wie viel? Wie sieht euer Alltag im Berufsleben/Studium/Ausbildung aus? Wie organisiert ihr euch innerlich dafür? Wie habt ihr im Verlauf eures Lebens Arbeitsfähigkeit eingebüsst oder (wieder)erlangt? Erlebt ihr die Möglichkeit einem Beruf nachzugehen als positiv oder als eine mühsame Notwendigkeit?Falls ihr im psychiatrischen Bereich (als Pflege, Therapeut*in, etc.) arbeitet, wie erlebt ihr als (p)DIS Betroffen eure Arbeit dort? Seid ihr transparent mit eurer Diagnose? Warum bzw. warum nicht?
Symptome im Alltag
Welche Symptome gehören für euch zum Alltag dazu? Wie erlebt ihr diese? Welche Symptome schränken euch am meisten ein und welche erlebt ihr allenfalls als hilfreich? Wie unterschieden sich eure Symptome im täglichen Leben von dem was in Medien gezeigt wird oder als Allgemeinwissen gilt? Falls ihr euch mit der Fachliteratur zu (p)DIS auseinandergesetzt habt, findet ihr euch in den dort beschriebenen Symptomen wieder oder empfindet ihr diese anders? Habt ihr oft Symptome ohne erkennbaren Grund? Wie erlebt ihr Trigger, Wechsel, Amnesien, Depersonalisation/Derealisation, Erschöpfung, etc. im Alltag? Wie haben sich eure Symptome über die Zeit verändert?
Krisen
Wie erlebt ihr Krisen? Wie merkt ihr das ihr in eine Krise geratet? Welche Symptome treten bei euch in Krisen vermehrt auf? Welcher Umgang mit ihnen hilft euch dann? Wie seid ihr aus Krisen wieder herausgekommen? Was hilft euch bei Überforderung, innerer Reizüberflutung oder internen Konflikten? Wie geht ihr mit Suizidalität um?
Innere Struktur
Wie ist eure Identitätsstruktur organisiert? Kennt ihr Namen, Beschreibungen, Alter, Anzahl der Innenpersonen? Wenn ja, wie habt ihr das herausgefunden? Wie grenzt ihr ab, ob etwas eine eigene Erinnerung ist oder von einer anderen Innenperson erzählt? Ist der Unterschied wichtig? Wie trefft ihr grössere Entscheidungen? Wie versucht ihr alle innen gerecht zu unterstützen?Gibt es Innenpersonen, welche mehr über das System wissen oder schon früher über alles Bescheid wussten? Was nehmen bei euch Innenpersonen war, wenn sie nicht vorne sind? Könnt ihr Wechsel wahrnehmen oder steuern? Wenn ja wie und war das schon immer so oder hat sich das mit der Zeit verändert? Was passiert bei euch, wenn mehrere Innenpersonen versuchen nach vorne zu kommen? Wie nehmt ihr Co-Bewusstsein war?
Innenkommunikation
Wie erlebt ihr Innenkommunikation? Hattet ihr schon immer Innenkommunikation oder musstet ihr sie erst aufbauen? Wie? Wie hat sie sich mit der Zeit verändert? Gab es manchmal längere Pausen? Welche Strategien – wie innere Konferenzen, runder Tisch, Vertreter*innen bestimmen – haben euch geholfen, welche nicht? Wie schafft ihr einen Ausgleich aus Innenkommunikation und Leben im Aussen? Wie nähert ihr euch verletzten oder aggressiven Innenpersonen? Kommt es vor, das einzelne Innenpersonen die Innenkommunikation sabotieren?
Innenkinder
Wie nehmt ihr Innenkinder – also Innenpersonen im Kindesalter – wahr? Was sind ihre Wünsche, Bedürfnisse, Grenzen? Wo erlebt ihr Innenkinder als Herausforderung, wo als Bereicherung? Wie erklärt ihr Innenkinder die (p)DIS, die Vergangenheit und Gegenwart? Wie gehen Innenkinder mit dem altern des Körpers um? Was hilft euch, Innenkinder in ristkanten oder unpassenden Situationen zu navigieren?
Identität als viele
Wie hat sich euer Selbstbild durch Realisation der (p)DIS verändert? Konntet ihr eine Identität als viele bilden? Versteht ihr euch als eine Person mit mehreren Anteilen oder als ein Mensch aus mehreren Personen? Welche Sprache bevorzugt ihr (singular/plural, «Innenpersonen»/«Persönlichkeitsanteile-/zustände»/«Alter», «System»/«(p)DIS Betroffene*r»/«Mensch mit (p)DIS», «dissoziative Identitätsstörung» oder «-struktur»)? Habt ihr Vorbilder von (p)DIS Betroffenen? Wie gelingt es euch gemeinsam Meinungen zu Themen zu fassen oder ist das manchmal nicht möglich? Wie geht ihr mit eurer Lebensgeschichte um, wenn ihr grössere Teile davon nicht erinnern könnt? Wie geht ihr mit Ungerechtigkeit in der Vergangenheit um?
Genesung
Was bedeutet Genesung für euch? Beinhaltet Genesung die Überwindung aller Dissoziation oder geht es mehr darum ein harmonisches Zusammenleben aller Innenpersonen zu erzielen? Was ist euer Ziel? Was ist euer Weg? Wie sah dieser bislang aus und was plant ihr für die Zukunft? Was hat euch am meisten geholfen? Was hat sich gebessert? Ist Genesung auch ohne Arbeit mit Innenpersonen möglich? Wann seit ihr an einem Punkt an dem ihr mit der Traumaverarbeitung/Integration durch seid? Gibt es so einen Punkt überhaupt oder geht es mehr darum kontinuierlich zu genesen?
Was möchtet ihr anderen Betroffenen mitgeben?
Was möchtet ihr anderen Betroffenen gerne mitteilen? Was möchtet ihr Betroffenen mitgeben, welche erst gerade angefangen haben sich mit der Diagnose (p)DIS zu beschäftigen oder noch ganz am Anfang ihres Genesungswegs stehen? Was möchtet ihr gerne erzählen, was nicht zu den anderen Themen passt?
Outing
Habt ihr eurem Umfeld von der (p)DIS erzählt? In welchem Ausmass? Wem? Wie offen seid ihr mit der (p)DIS mit dem*der Partner*in, in der Familie, gegenüber eigenen Kindern, Freundeskreis, Arbeit, psychiatrischem Fachpersonal, somatischem Fachpersonal, Hausarzt, Hobbie, etc.? Wie ist es für euch geoutet oder nicht geoutet zu sein? Falls ihr euch geoutet habt, war es für euch eine gute Entscheidung? Seid ihr auch Stigmata begegnet? Wie seid ihr mit diesen umgegangen?
Hilfe aus dem Umfeld
Welche Hilfe aus dem Umfeld, von Angehörigen, Freunden, Familie habt ihr erhalten? Was empfindet ihr als hilfreich? Was empfindet ihr als weniger hilfreich? Was würdet ihr euch wünschen? Wie fragt ihr nach Hilfe, gerade wenn man euch eine Einschränkung nicht ansieht? Welche Hilfe braucht es im Alltag und welche in der Krise? Wie geht ihr mit Abgrenzung um? Habt ihr manchmal Angst um Hilfe zu bitten? Wenn ja, wovor konkret? Wünschen sich verschiedene Innenpersonen einen anderen Umgang oder möchtet ihr lieber alle gleichbehandelt werden?
Was möchtet ihr Angehörigen mitgeben?
Was würdet ihr gern Angehörigen von (p)DIS Betroffenen mitteilen? Was würdet ihr gerne jemandem sagen, welche*r neu in dem Thema ist? Was wäre gut, wenn es Angehörige mal gehört hätten?
Therapiebeziehung
Was ist euch an einer Fachperson - Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Pflege, Kunst-/Bewegungstherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, etc. – wichtig? Welche Voraussetzungen sollten sie mitbringen? Welche Haltung sollten sie haben, damit die Beziehung für euch funktioniert? Welchen Umgang mit der Diagnose wünscht ihr euch von euren Fachpersonen? Ist es euch wichtig, dass sich eure Fachpersonen mit (p)DIS auskennen? Was ist allgemein wichtig für euch, dass es Fachpersonen wissen? Was sollten Fachpersonen auf keinen Fall tun? Wie habt ihr Konflikte in der therapeutischen Beziehung erlebt? Habt ihr auch erlebt, dass euch Fachpersonen nicht glauben? Wie seid ihr damit umgegangen?
Therapiesetting
Was ist euch an einer Therapie ausserhalb der Fachperson wichtig? Welche Therapieform hat euch am meisten entsprochen? Welche Therapieangebote (Psychotherapie, aufsuchende Pflege, Kunsttherapie, Somatic Experiencing, etc.) habt ihr wahrgenommen und wie waren sie für euch? Wie sollte ein Therapieraum aussehen, damit ihr euch darin wohl fühlt? Hattet ihr auch DBT und wie war skillen im Rahmen des DBT für euch? Wie erlebt ihr eine Therapiezeitbegrenzung von einer Stunde? Ist das gut oder wäre es besser mehr Zeit auf einmal zu haben? Welche Sprache bevorzugt ihr in der Therapie (singular/plural, «Innenpersonen»/«Persönlichkeitsanteile-/zustände»/«Alter», «System»/«(p)DIS Betroffene*r»/«Mensch mit (p)DIS», «dissoziative Identitätsstörung» oder «-struktur»)? Wie erlebt ihr stationäre Aufenthalte, wie ambulante Angebote? Hattet ihr viele Fehldiagnosen? Wie unterschied sich die Therapie vor und nach Einbezug der (p)DIS?
Was möchtet ihr Fachpersonen mitgeben?
Was würdet ihr gern Fachpersonen – Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Pflege, Kunst-/Bewegungstherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, etc. - mitteilen? Was würdet ihr gerne einer Fachperson sagen, welche erst neu mit (p)DIS Betroffenen arbeitet? Was wäre gut, wenn es erfahrene Fachpersonen mal gehört hätten?
Erfolge
Was motiviert euch mit (p)DIS Betroffenen zu arbeiten? Was ist das Schönste an dieser Arbeit? Welche Strategien, Haltungen, Weltanschauungen haben euch am meistern weitergebracht? Wie schafft und fasst ihr Vertrauen in eure Client*innen? Gab es einen Aha-Moment, den ihr gerne teilen würdet?
Umgang mit Herausforderungen
Was ist für euch die grösste Herausforderung in der Arbeit mit (p)DIS Betroffenen? Was sind Schwierigkeiten im Umgang mit euren Client*innen? Wie geht ihr damit um, wenn ihr euch selber überfordert fühlt? Welche eurer Vorurteile oder vorgefassten Meinung haben sich bestätigt, welche nicht? Habt ihr Erfahrung in der Ausstiegsbegleitung? Wie geht ihr mit Client*innen um, welche im Funktionsmodus feststecken?
Was möchtet ihr gerne Fachpersonen mitgeben, welche gerade erst anfangen mit (p)DIS Betroffenen zu arbeiten?
Was hättet ihr gerne von Anfang an gewusst? Was würdet ihr gerne Fachpersonen - Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Pflege, Kunst-/Bewegungstherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, etc. – mitgeben, welche gerade erst angefangen haben mit (p)DIS Betroffenen zu arbeiten? Was möchtet ihr noch erzählen, was nicht zu den anderen Fragen passt?
Erleben im Alltag
Wie erlebt ihr euren Alltag als (p)DIS Angehörige*r? Wie gestaltet sich ein Leben zusammen? Wie geht ihr mit verschiedenen Innenpersonen um? Könnt ihr Wechsel bei eurem Gegenüber erkennen? Wie schafft ihr es Vertrauen zu unterschiedlichen Innenpersonen zu schaffen und zu gewinnen? Welche Vorurteile hattet ihr gegenüber der (p)DIS z.B. auch aus Medien oder bezogen auf «multiple Persönlichkeit»? Was davon hat sich bestätigt, was nicht?
Umgang mit Herausforderungen
Wie unterstützt ihr euren (p)DIS betroffenen Nächsten in einer Krise? Was ist für euch die grösste Herausforderung in Bezug auf die (p)DIS? Wie geht ihr damit um, wenn ihr selber damit überfordert seid? Wo holt ihr euch Entlastung? Habt ihr auch Erfolgsmomente? Was wünscht ihr euch von euren betroffenen Mitmenschen?
Was möchtet ihr anderen Angehörigen mitgeben?
Was hättet ihr gerne von Anfang an gewusst? Was würdet ihr gerne jemandem sagen, welche*r neu in dem Thema ist? Was möchtet ihr allgemein gerne anderen Angehörigen mitteilen? Was würdet ihr noch gerne erzählen, was nicht in die anderen Themen passt?
Die Fragen sind in verschiedene Themen aufgeteilt. Ihr könnt auf alle, mehrere oder auch nur eine Frage/Thema eine Antwort verfassen. Ihr könnt jeweils auf die einzelnen Unterfragen des Themas eingehen, sie aber auch einfach als Inspiration nutzen, nur auf einzelne eingehen oder ganz allgemein zum Thema schreiben ohne die einzelnen Fragen konkret einzubauen.
Schreibt so, dass es sich für euch richtig und stimmig anfühlt. Versucht möglichst bei eurer eigenen persönlichen Geschichte/Erfahrung zu bleiben, weniger eure Meinung zu beschreiben und nicht über anderer Menschen Erfahrung zu scheiben.
Der Umfang für eine einzelne Antwort sollte ungefähr 200-1000 Wörter betragen – das ist im Schnitt etwa eine A4 Seite.
Bei Unsicherheiten könnt ihr gerne Rückfragen stellen an: info@mosaiktisch.ch
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